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Soziale Goldkristalle
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SoG 2.0 - Werk und Künstler Information

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  Christine Bauer SoG 2.0   Christine Bauer  
       
  Künstler Homepage christine-bauer.com  
Kontakt kunstvorort(at)gmx.at   /   0664-4118856
  Adresse 4623 Gunskirchen, Semmelweisstrasse 14  
       
     
     
     
     
  Titel    "ES IST NICHT ALLES GOLD, WAS GLÄNZT - Die Tulpenmanie 1630 - 1637"
  Material und Technik    Installation / Objekt / Konzeptarbeit 
       Messing, Glas, Tulpenzwiebel, Stahl, Goldspray 
Format     43x43x140 cm
  Jahr    2014  (2013)  
  Preis    auf Anfrage   
       
 
 
       
    Konzept Quelle:  wikipedia.org  
       
    TULPENMANIE
1630 - 163
7
 
       
    Bei der Tulpenmanie (auch Tulipomanie, Tulpenwahn, Tulpenfieber oder Tulpenhysterie; niederländisch tulpenwoede, tulpengekte oder bollengekte) handelt es sich um eine Periode im Goldenen Zeitalter der Niederlande, in der Tulpenzwiebeln zum Spekulationsobjekt wurden.  
       
    Spekulationsblase  
    Als Spekulationsblase (häufig auch: Finanzblase; englisch: speculative bubble, economic bubble, financial bubble) wird in der Makroökonomie eine Marktsituation bezeichnet, in der die Preise eines oder mehrerer Handelsgüter (zum Beispiel Rohstoffe oder Lebensmittel), Vermögensgegenstände (Immobilien und Wertpapiere wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen) bei hohen Umsätzen über ihrem inneren Wert (auch: Fundamentalwert oder intrinsischer Wert) liegen. Märkte zeigen im Falle von Spekulationsblasen ein wiederkehrendes Muster von bei hohen Umsätzen stark steigenden und dann zusammenbrechenden Preisen bis hin zum Börsenkrach (bubble-and-crash pattern). Spekulatives Verhalten bezieht seine Motivation aus dem Streben nach einem (finanziellen) Gewinn. Die Preise am Markt bilden diese Erwartungen ab. Spekulativ handelnde Teilnehmer gehen davon aus, dass sich nicht alle Marktteilnehmer rational verhalten und ein späterer Gewinn unabhängig vom inneren Wert ist. Es handelt sich hierbei praktisch um eine Wette auf steigende Preise. Dieses Preisbewegungsmuster ist nicht auf die modernen, stark vernetzten Finanzmärkte beschränkt sondern wurde beispielsweise schon im 17. und 18. Jahrhundert als Folge der Tulpenmanie, der Mississippi-Blase und der Südseeblase dokumentiert.  
       
    Tulpen  
   

waren seit ihrer Einführung in die Niederlande in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Liebhaberobjekt. Sie wurden in den Gärten der sozial gehobenen Schichten des gebildeten Bürgertums, der Gelehrten und der Aristokratie kultiviert. Zu Beginn  unterhielten Tulpenliebhaber ihre Beziehungen durch den Tausch, nicht den Verkauf von Tulpen. Ihre Reputation beruhte auf Kennerschaft, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und der Bereitschaft, Wissen und Güter bereitwillig zu tauschen .Zu den auf Tauschhandel gegründeten Beziehungen dieser Liebhaber kam zum Ende des 16. Jahrhunderts der kommerzielle Handel mit Tulpen hinzu. In den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts steigerten sich die Preise für Tulpenzwiebeln auf ein vergleichsweise extrem hohes Niveau, bevor der Markt zu Beginn des Februars 1637 abrupt einbrach. Die Tulpenmanie wird als die erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte angesehen. Sie wird auch metaphorisch zur Charakterisierung anderer, anscheinend irrationaler und riskanter Finanzentwicklungen gebraucht. Die Deutungen über den Anlass, den Verlauf und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Tulpenmanie gehen auseinander. Für die traditionelle Lesart der Ereignisse und Auswirkungen, die sich schon in der zeitgenössischen Kritik findet und von späteren Interpretationen aufgegriffen wurde, waren in den Handel mit Tulpen in den 1630er Jahren große Teile der niederländischen Bevölkerung bis in die untersten Gesellschafts-schichten involviert. Der rasche Preisverfall habe demgemäß den Ruin vieler Beteiligter bedeutet und der niederländischen Wirtschaft insgesamt einen schweren Schaden zugefügt.

 
       
    Organisation des niederländischen Tulpenhandels  
    Zwiebeln wurden während der Pflanzzeit in den Sommermonaten gehandelt. Die gerodeten Zwiebeln wurden dabei in Spotmärkten verkauft. Der Handel mit Tulpen ließ sich nicht auf diese kurze Periode beschränken. Die Händler gingen dazu über, auch solche Zwiebeln zu kaufen und zu verkaufen, die sich noch in der Erde befanden und erst später, nach der Blüte, ausgegraben werden konnten. Die in diesen Transaktionen getätigten Börsen- bzw. Terminkontrakte konnten notariell beglaubigt werden oder wurden inoffiziell auf Papierstreifen (coopcedulle) festgehalten. Gelegentlich bedienten sich die beiden Handelsparteien eines Vermittlers (seghsman) zur Aushandlung der Kaufbedingungen. Die Bezahlung der Tulpen war gewöhnlich dann fällig, wenn die Zwiebeln nach der Blüte aus der Erde genommen und übergeben wurden. Als Konsequenz entwickelte sich der Tulpenhandel zum Spekulationsgeschäft, da niemand in der Lage war, verbindliche Aussagen darüber zu treffen, wie die gehandelten Tulpen aussehen, noch ob sie in der neuen Saison überhaupt blühen würden. Aufgrund dieser unklaren Handelsgrundlage wurde das Geschäft mit Tulpen auch als windhandel bezeichnet.  
       
    Tulpenpreise  
    Schon in den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts war es unter Umständen möglich, für einzelne Tulpensorten sehr hohe Preise zu erzielen. Beispielhaft hierfür steht die Tulpe 'Semper Augustus'. Sie wurde 1637 als teuerste Tulpe aller Zeiten gehandelt. Einem Bericht aus dem Jahr 1623 zufolge sollten alle damals existierenden zwölf Tulpen dieser Sorte dem Amsterdamer Bürger Adriaan Pauw auf seinem Gut Heemstede gehören. 1623 kostete jede dieser Zwiebeln 1.000 Gulden, 1624 stand der Preis bei 1.200 Gulden, 1633 war er auf 5.500 Gulden gestiegen und 1637 wurden für drei Zwiebeln 30.000 Gulden geboten.
Zum Vergleich: Das Durchschnittsjahreseinkommen in den Niederlanden lag bei etwa 150 Gulden, die teuersten Häuser an einer Amsterdamer Gracht kosteten rund 10.000 Gulden. Jedoch scheinen diese sehr hohen Tulpenpreise zu jener Zeit die Ausnahme gewesen zu sein. So wurden 1611 Tulpen der Sorte Cears op de Candlelaer (‚Kerzen auf einem Leuchter‘) für 20 Gulden verkauft. Aus dem Oktober 1635 haben sich Daten zum Verkauf einer Tulpe der Sorte Saeyblom van Coningh für 30 Gulden erhalten. Dass die Preise für Tulpenzwiebeln zu Beginn der 1630er Jahre anzogen, lässt sich an den Sorten ablesen, für die in zeitlicher Folge mehrere Preisdaten verfügbar sind. Beispielsweise verdoppelte sich der Preis einer Tulpe der Sorte Groot Gepluymaseerde von 0,07 Gulden per Aes am 28. Dezember 1636 auf 0,15 Gulden per Aes am 12. Januar 1637. Der Preis der Sorte Switserts stieg in diesen zwei Wochen von 125 Gulden auf 1.500 Gulden für das Pfund, ein Anstieg auf das Zwölffache.
 
       
    Verlauf  
    Ihren Höhepunkt erreichten die Preise für Tulpen bei der Weeskamer-Versteigerung am 5. Februar 1637 in Alkmaar. Sie wurde von den weesmesters (Rektoren des Waisenhauses) für die Nachkommen von Wouter Bartholomeusz Winckel veranstaltet. Auf der Auktion wurden für 99 Posten Tulpenzwiebeln insgesamt rund 90.000 Gulden erzielt. Es finden sich aber weder für die einzelnen Preise noch für die Käufer verlässliche Belege. Ein kurze Zeit nach der Auktion erschienenes Flugblatt enthält eine Preisliste, doch ohne Angaben, wer diese Summen auf der Auktion geboten haben soll. Der durchschnittliche Preis der versteigerten Tulpen betrug 792,88 Gulden. Das meiste Interesse zogen in den späteren Auseinander-setzungen mit den Ereignissen die Tulpen auf sich, für welche weitaus höhere Preise geboten worden sein sollen. So kam eine Tulpe der Sorte 'Viceroy' für 4.203 Gulden unter den Hammer, eine Admirael van Enchhysen wurde für 5.200 Gulden verkauft.  
       
    Güter, die angeblich für eine Zwiebel
der Sorte Viceroy getauscht wurden:
 
    120 Scheffel Weizen 448 Gulden  
    240 Scheffel Roggen 558 Gulden  
    Vier fette Ochsen 480 Gulden  
    Acht fette Schweine 240 Gulden  
    Zwölf fette Schafe 120 Gulden  
    Zwei Oxhofte Wein 70 Gulden  
    Vier Fuder Bier 32 Gulden  
    Zwei Fässer Butter 192 Gulden  
    1.000 Pfund Käse 120 Gulden  
    Ein Bett 100 Gulden  
    Ein Anzug 80 Gulden  
    Ein silberner Trinkbecher 60 Gulden  
    Total 2.500 Gulden  
    (1 Fuder ca. 1000 Liter ,1 Oxhoft ca. 200 Liter, 1 Scheffel ca. 50 Kg)  
       
    Zwei Tage vor der Auktion in Alkmaar, am 3. Februar 1637, hatte der Verfall von Preisen in Haarlem seinen Anfang genommen. Bei einer der regelmäßigen Wirtshausversteigerungen konnte keine der angebotenen Tulpen zu dem erwarteten Preis verkauft werden. In den nächsten Tagen brach dann in den gesamten Niederlanden der Tulpenmarkt zusammen.

Das System des Handels funktionierte nur so lange, wie die Händler mit steigenden Preisen und der Option rechneten, dass ein Käufer bereit wäre, die reale Tulpenzwiebel zu erwerben. Als sich keine neuen Käufer fanden, die in die Preisspirale einsteigen wollten, fiel der Wert von Tulpen um geschätzt mehr als 95 Prozent. Am Ende der Spekulationsblase fanden sich Händler mit Verpflichtungen, Tulpenzwiebeln im Sommer zu einem Preis weit über den aktuellen Marktpreisen zu erwerben, während andere Tulpenzwiebeln verkauft hatten, die nur noch einen Bruchteil des Wertes besaßen, für den sie ihnen abgekauft wurden.
 
    Ein wichtiger Faktor für den raschen Preisverfall scheint der vertrauensbasierte Handel mit „immateriellen“ Gütern gewesen sein. Nicht reale Tulpenzwiebeln wurden ver- und gekauft, sondern die Option auf eine zukünftig nach einem bestimmten Muster blühende Tulpe. Eine Ursache des Preisverfalls könnte vor diesem Hintergrund das Gerücht einer Überproduktion infolge der Nachfragesteigerung gewesen sein, denn der Preis bemaß sich auch an der Seltenheit der Tulpensorte. Die traditionelle Deutung des Preisanstiegs und Preisverfalls von Tulpen versteht diese Ereignisse als exzessive Finanzspekulation und leichtsinnige Verrücktheit.  
       
    Das entworfene Bild des Preisanstiegs und Preisverfalls von Tulpen als umfassender und zerstörerischer Manie macht das historische Ereignis zum Paradebeispiel einer durch Massenhysterie fehlgeleiteten Marktentwicklung. In dieser Form findet die Tulpenmanie Eingang in populärwissenschaftliche Betrachtungen zu Finanzmärkten und späteren Finanzkrisen, wie etwa Burton Malkiels A Random Walk Down Wall Street (1973) oder Kenneth Galbraiths A Short History of Financial Euphoria (1990). So taucht die Tulpenmanie auch in Oliver Stones Film Wall Street: Geld schläft nicht (2010) auf. Darin nutzt der Spekulant Gordon Gekko eine historische Darstellung des sich wandelnden Marktwerts von Tulpen, um die Finanzkrise ab 2007 zu erklären und zu bewerten.